Burn, Baby, Burn - Brennen unter OS X
Überarbeitet auf meinem neuen Blog Macwork veröffentlicht!
(überarbeitete Version 1.1 vom Aug 12th, 2007)
Unter Windows nutzte ich seit Version 4 Nero Burning ROM, meines Erachtens bis heute die beste Applikation ihrer Art - wenn auch vielleicht nicht in der aktuellsten Version. Denn als störend empfand ich die Entwicklung in Richtung einer Multimedia-Suite deren Funktionalität ich in der Form bei weitem nicht für notwendig erachte. Nicht jeder benötigt die Video- und Audio-Funktionalitäten oder möchte DVDs selbst erstellen, einige möchte schlicht mit detaillierten Einstellungen brennen können und vielleicht hier und da etwas bearbeiten. Zugegeben, so richtig nach einer Alternative habe ich nie gesucht, nachdem mich beispielsweise Roxio schon vor Jahren geschafft hat abzuschrecken. Ich glaube, das es die gewünschte Konkurrenz beispielsweise im Opensource- oder Freewarebereich eher weniger gibt, um Gegensatz zum Mac, bei dem ich verschiedene Applikationen gefunden habe. Im Folgenden möchte ich meine Fundstücke ohne Anspruch auf Vollständigkeit mit ihren Vor- und Nachteilen sowie meiner persönlichen Meinung vorstellen möchte.
FireStarter FX
Die Funktionsbeschreibung auf der Projektseite verspricht einiges und lässt hoffen. Leider befindet sich die Applikation schon seit langem in der Beta 1.0b11 und lässt sich in dieser Version noch nicht einmal installieren und testen, sondern verweist auf den Betastatus. Ich bin gespannt was aus diesem Projekt wird und werde mir das Programm zu gegebener Zeit noch einmal anschauen. Sollte jemand in der Vergangenheit die Möglichkeit gehabt haben, FireStarter zu testen, freue ich mich über Kommentare zu den Erfahrungswerten.
BurnX Free
Bei dieser Applikation in der Version 1.5 handelt es sich um ein frühes Stadium oder eine wenig konsequente Entwicklung. Leider merkt man das sehr stark am Funktionsumfang, letztlich lässt sich nichts einstellen, ich bin mir auch nicht sicher welches Format gebrannt wird. Wenigstens kann man CD- und DVD-Medien brennen, der Button “Erase Disc” lässt vermuten, das man auch RW-Medien löschen kann, um sie erneut zu beschreiben. Nach dem sehr kurz ausgefallenen Test, habe ich das Programm auch gleich wieder deinstalliert. Zwar ist mir einfaches brennen und eine nicht überladene Oberfläche und Funktionsvielfalt wichtig, dennoch möchte ich die Möglichkeit haben irgendwelchen Einfluss auf verschiedene Einstellungen zu haben oder Images brennen können. Leider ist BurnX Free nur in englischer Sprache verfügbar, außerdem lässt die Herstellerseite vermuten, das sich dort bereits seit 2005 nichts mehr tut und man wohl nicht mit einer Weiterentwicklung rechnen kann.
Die wichtigsten Features
- RW-Medien löschen
- Daten auf CDs und DVDs brennen
- Sessions nur bei CDs möglich, DVDs werden immer geschlossen
- einfaches Drag’n’Drop der zu sichernden Daten in den Programmfenster
- keine Audio- oder Video-Medien erzeugen
Burn
Die Benutzung ist denkbar einfach, die Daten werden entweder über die +/- Buttons oder per Drag’n’Drop hinzugefügt. Trotz aller Schlichtheit kann man sehr schön zwischen Daten, Audio, Video und Kopie (Image) wählen und auch beim Dateisystem hat man die Wahl zwischen Mac, PC, Joliet, DVD-UDF oder DVD-Video. Für Video- und Audio-CDs kommen als Quelle alle Quicktime-kompatiblen Formate in Frage, Musik kann Burn als MP3- oder Audio-CD brennen. Selbst Videos bereiten keine Probleme und können in die Formate VCD, SVCD, DVD und DivX konvertiert werden. Mit Kopie lassen sich normale Images der Formate img, dmg, cdr, toast und iso sowie cue/bin sowie toc Images brennen. Die Bedienung wird durch eine deutsche Lokalisation ebenfalls stark vereinfacht. Auch hübsch ist die Möglichkeit, Projekte für das spätere Abschließen zu speichern.
Die wichtigsten Features
- Konvertieren in verschiedene Video-Formate
- Unterstützung der wichtigsten Dateisysteme
- alle Quicktime-kompatiblen Formate für Video- und Audio-CDs
- Multisession möglich (d.h. man kann zu einem späteren Zeitpunkt weitere Daten auf das Medium brennen)
- deutsche Lokalisation vorhanden
SimplyBurns
Die Benutzung erinnert mich als geübten Nero-Nutzer ein wenig an die Windows-Welt, da man zu Beginn die Auswahl der gewünschten “Aufgabe” über entsprechende Buttons hat. Insgesamt macht die Applikation einen bodenständigen Eindruck. Brennen ist für mich noch immer etwas “besonderes” und mit dem Wunsch verbunden, das kein Rohling verbrannt wird und die Daten sicher sind. Vielleicht ist es ebendiese Perspektive, die mich sehr zu SimplyBurns mit seiner klassischen Bedienung linsen lässt, wenn da nicht die unvollständige, funktionale Breite wäre.Sehr schön gelöst ist die Funktion CDs rippen zu können, auch wenn dies beim Mac in der Regel durch iTunes erledigt wird. Die sonst häufig genutzten Funktionen wie RW-Medien löschen, Daten brennen sowie verschiedene Dateisysteme wie Mac, PC, Joliet oder DVD-ROM auswählen oder kombinieren meistern die Applikation mit Bravour. Nach dem Klick auf “Brennen” hat man die Möglichkeit die Geschwindigkeit auszuwählen, sowie ein Multisession-Medium zu erstellen. Auch bietet SimplyBurns die Möglichkeit Ein- und Zusammenstellungen in einer Projektdatei zu speichern, um den Vorgang zu einem späteren Zeitpunkt abzuschließen. Mit der Image-Funktion lassen sich normale Images der Formate img, dmg, cdr, toast und iso sowie cue/bin sowie toc Images brennen. Besonders neckisch ist die Statusanzeige im Dock, die ich extra auf den Screenshot montiert habe.
Die wichtigsten Features
- Unterstützung der wichtigsten Dateisysteme
- deutsche Lokalisation vorhanden
- speichern und öffnen von Projektdateien
- klare Bedienung insbesondere für Switcher
- Multisession möglich
LiquidCD
Die Oberfläche von LiquidCD scheint eine Symbiose zwischen Burn und SimplyBurns zu sein. Es verbindet die Bodenständigkeit von SimplyBurns mit der Funktionsvielfalt von Burn. Kleiner Wermutstropfen, für eine Mac-Applikation ist die Gestaltung der Oberfläche etwas dröge und wenig hübsch anzusehen. Ansonsten bietet LiquidCD eigentlich alles was das Herz begehrt, vom Brennen von CDs und DVDs mit den notwendigen Dateisystemen, über Daten, Audio und Video bis hin zum Kopieren und Brennen von Images verschiedener Formate. Beim Brennen von Bilder- und Audio-Medien bietet LiquidCD die Möglichkeit direkt auf die Bibliothek von iPhoto beziehungsweise iTunes zuzugreifen, sicherlich eine praktische Funktion. Momentan ist LiquidCD Donationware, der Hersteller behält sich allerdings vor es in Zukunft kostenpflichtig anzubieten.
Die wichtigsten Features
- Unterstützung verschiedener Image-Formate wie iso, dmg, toast, cdi und einiges Nero-Images
- DVDs aus Video_TS-Ordnern erstellen
- Statusanzeige im Dock
- praktische Kapazitätsanzeige im Programmfenster
Disc Burner
Diese Applikation habe ich mir nicht weiter angesehen, da ich denke, das sie zumindest momentan nicht weiter relevant ist. Mit Disc Burner ist es möglich Ordner und Toast-Images zu brennen. Mit einigen Brennern funktioniert auch das brennen von mehreren Sessions schon, das löschen von RW-Medien ist noch nicht integriert. Der Website ist leider nicht eindeutig zu entnehmen, ob an Disc Burner noch entwickelt wird.
Fazit und Links im Überblick
FireStarter FX
Fazit: Keine Möglichkeit zu testen, daher kein Fazit möglich
Link: http://www.projectomega.org/subcat.php?lg=en&php=products_firestarter
BurnX Free
Fazit: Schade, etwas zu einfach und kann leider nicht überzeugen
Link: http://www.hernansoft.com/products.html
Burn
Fazit: Nicht so umfangreich wie eine Suite, bietet es doch alles für den Brenn-Alltag
Link: http://burn-osx.sourceforge.net/
SimplyBurns
Fazit: Empfehlenswert, trotz des Fehlens von Audio- und Video-Funktionalität die zumeist durch andere spezialisierte Applikationen abgedeckt wird
Link: http://simplyburns.berlios.de/
LiquidCD
Fazit: Wirklich zu empfehlen, trotz der etwas drögen Oberfläche, sicher eines der umfangreichsten Programme
Link: http//www.maconnect.ch/index.php?page=liquidcd
Disc Burner
Fazit: Zu wenig Leistung um ein echtes Fazit abgeben zu können
Link: http://www.centromedia.com/en/products/discburner/
Weitere, kostenpflichtige, Applikationen
Disco für $29,95
http://discoapp.com/
RadicalBreeze DiscBlaze für $29,95 (auch für Windows verfügbar)
http://www.radicalbreeze.com/blaze/index.shtml
roxio Toast für 99,99 € (unter Windows vom gleichen Hersteller WinOnCD)
http://www.roxio.de/deu/products/toast/titanium/overview.html
NTI Dragon Burn für $39,99
http://www.ntius.com/dragon_burn.asp?s=mac
Abschließendes Fazit
Großer Nachteil aller vorgestellten Programme, ist die im Gegensatz zu beispielsweise Nero mögliche Erstellung von Sonderformaten wie RSVCDs sowie das Überbrennen von CDs oder überhaupt das feststellen der realen Kapazität, was mir unter Windows sehr ans Herz gewachsen ist und darüber hinaus überaus praktisch. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache das meines Wissens alle genannten Applikationen das Apple Disc-Recording-Framework nutzen und somit nur die vom System unterstützten Brenner. Eine eigene Engine bringen nur Roxio Toast und NTI Dragon Burn mit. Wenn jemand zum Thema Brenn-Software und meiner kleinen Übersicht jemand Hinweise hat, freue ich mich wie immer über Kommentare.
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Um nicht unterstützte Brenner mit dem Disc Recording Framework benutzen zu können gibt es Patchburn: http://www.patchburn.de/
Danke Spooky, für den interessanten Link. Weisst du wer hinter dem Projekt steht? Das fände ich bei so einem Tool, welches in mein System eingreift auch nicht ganz uninteressant. Hast du es selbst in Anwendung?
Danke für die gute Übersicht!
Gern doch, ich werde mir auch weiter Themen suchen die ich in dieser Art aufbereiten kann. Wenn Wünsche bestehen, einfach äußern. Sollten diese sich mit meinen persönlichen Interessen überschneiden kann ich gern Rücksicht darauf nehmen.
[...] Christian weist zurecht drauf hin: dieser Beitrag zum Brennen am Mac beim unbedingt lesenswerten Nachbarblog “Mein neuer Mac” bringt eine Fülle von [...]
Noch eine Ergänzung: Bei http://myownapp.com/ gibt es neben vielen anderen kleinen Programmen auch “Brennen”. Der Name ist Programm. Die Seite ist zwar auf englisch, die Programme aber auf deutsch. Entweder kostenlos oder aber seehr günstig.
BTW: Der nette Statusbalken im Dock ist übrigens ein Feature, was direkt von OSX geliefert wird und so von den Programmen genutzt werden kann. Was einige machen, viele aber nicht (was wiederum schade ist….).
Als OSS Programm gibt es seit Jahren K3B (für KDE) das in etwa der Bedienung von Nero am nächsten kommt, wohlgemerkt nicht das jetzige vergimpte Nero. Hatte mir das unter OSX einfacher vorgestellt als ersmal mit patchburn meinen Brenner ins System zu hacken.
[...] Mein Neuer Mac habe ich vor einigen Monaten einen umfangreichen Test verschiedener Apps zum Brennen dokumentiert. [...]