Überarbeitet auf meinem neuen Blog Macwork veröffentlicht!
Früher waren es die vielen verschiedenen E-Mail-Adressen, heute sind es die Logins für dieses und jenes Social Network oder die Bookmarking-Dienste oder die diversen Plastikkarten und noch viel mehr. Es wäre eine Meisterleistung all diese diversen Zahlen- und Buchstabenkombinationen im Gedächtnis zu behalten, daher verwenden viele von uns immer wiederkehrende Daten. Das stellt ein unglaubliches Sicherheitsrisiko dar, daher sollte man sich überlegen diese ganzen Daten zu sammeln.
Bisher habe ich dies in einer versteckten und verschlüsselten Textdatei gemacht, sicherlich nicht die eleganteste Lösung und spätestens mit dem erreichen einer zweistelligen Seitenzahl selbst unter Nutzung der Suchfunktion bei Weitem nicht mehr optimal. Also habe ich mich nach kleinen Helfern umgeschaut, die mit den Umgang mit meinen oder den Zugangsdaten meiner Kunden so einfach wie möglich gestalten.
info.xhead
Um es kurz zu machen, dies ist nach langem testen und abwägen das Programm meiner Wahl. Es bietet die Möglichkeit recht einfach neue Datensätze anzulegen und diese in verschiedenen Kategorien wie Kreditkarten, E-Mail, FTP etc. abzulegen. Die Oberfläche ist schlicht, dennoch Mac Like, ähnelt dem systemeigenen Adressbuch und dazu noch einfach zu bedienen. Wenn man dann erst einmal alle seine Daten eingetragen hat, kann man diese über die Kategorien filtern und sortiert anzeigen lassen. Selbstverständlich speichert info.xhead die wertvollen Daten verschlüsselt ab, und zwar per 448Bit Blowfisch. Wichtig hierbei ist natürlich, ein entsprechend sicheres, das heißt möglichst langes und aus Buchstaben und Ziffern bestehendes Passwort zu wählen.
Als besondere Features bietet info.xhead die Möglichkeit eines Backups u.a. auf .Mac oder als Export auf den iPod - hier leider nur unverschlüsselt - also weniger zu empfehlen. Unter dem Menüpunkt “File” findet sich ebenfalls ein Passwort Generator, so kann man schnell ein aussprechbares oder auch unaussprechliches Passwort generieren, ich habe diese Funktion beim eintragen meiner Accounts verwendet und damit alle Zugänge extra sicher gestaltet.
Einen Wermutstropfen gibt es dennoch, eigentlich anderthalb, zum einen wird das Programm zur Zeit nur in englischer Sprache angeboten - hoffentlich folgt bald eine deutsche Version, zum anderen sendet die Funktion “Auto-Fill” - an sich eine sehr praktische Funktion - die Daten immer an Safari unabhängig vom eingestellten Standardbrowser (bei mir Firefox).
Link: http://www.xheadsoftware.com/info_xhead.asp
Wallet
Auch Wallet steht leider nur in englischer Sprache zur Verfügung, was die Benutzung auch bei einem so einfachen Programm nur unnötig einschränkt. Visuell ist Wallet der, wie ich finde, etwas schickere Abklatsch von info.xhead (oder vielleicht andersherum). Ein Import und Export zum .Mac-Account wird allerdings nicht angeboten und das Widget ist meines Erachtes zwar praktisch aber ein bisschen zu groß geraten.
Ein Vorteil bei aller Ähnlichkeit zu info.xhead ist die Möglichkeit in Wallet Einträge innerhalb einer Gruppe farbig zu labeln, das erleichtert das finden besonders wichtiger oder häufig benutzter Einträge und vermeidet unnötig viele Gruppen.
Die Sicherheit betreffend, bietet auch Wallet eine Verschlüsselung per 448Bit Blowfish, was den ein oder anderen eventuell abschreckt ist die Tatsache, das die drei Personen hinter dem Hersteller Waterfall Software gerade so die Volljährigkeit erreicht haben. Ansonsten handelt es sich bei Wallet sicherlich um keine Innovation, aber ein ebenso brauchbares Produkt wie info.xhead zu einem ähnliches Preis.
Link: http://www.waterfallsw.com/wallet/
KeePassX
Bei diesem Programm handelt es sich um ein OpenSource-Projekt, welches im Übrigen auf die wichtigsten Plattformen portiert wurde und damit gut für diejenigen geeignet ist, die zu ihrem Leidwesen nicht nur unter Mac OS X arbeiten dürfen. KeePassX bietet die Möglichkeit die verschiedenen Zugänge in verschiedenen Datenbanken zu organisieren beispielsweise “Eigene” und “Kunden” oder nach Art und Weise wie “E-Mail-Konten”, “Social Networks” und so weiter.
Innerhalb der verschiedenen Datenbanken können nun Gruppen angelegt werden, um Ordnung zu halten - genauso wie bei den beiden vorangegangenen Applikationen. Wie man nun sortiert und gliedert bleibt letztlich jedem selbst überlassen, ich möchte jedoch zu bedenken geben, um so mehr Zugänge man in einer Datenbank (mit einem Hauptzugang) speichert, um so größer der Schaden wenn eben nur dieser eine Hauptzugang von einem Dritten geknackt wird - auf der anderen Seite ziehen mehr Datenbanken mehr Hauptzugänge nach sich, was die Verwendung schon fast wieder ad absurdum führt.
Gruppen können ähnlich wie bei Wallet mit kleinen bereits mitgelieferten Symbolen versehen werden, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen. Leider sind diese bei KeePassX visuell nicht besonders ansprechend und auch der Rest des Programms fällt unter Mac OS X eher negativ auf und kommt recht schnöde daher.
Die Verschlüsselung der Datenbank erfolgt per AES 256 und die Bedienung - das ist sicherlich als Plus zu werden - erfolgt vollständig in Deutsch. Die bei den kostenpflichtigen Programmen recht nützliche Funktion des “Auto-Fills” fehlt hier leider, wer darauf verzichten kann, ist mit dem OpenSource-Projekt sicher sehr gut bedient.
Link: http://keepassx.sourceforge.net/
Pastor
Bei diesem kostenlosten Programm gibt es im Gegensatz zu KeePassX und den anderen leider nicht die Möglichkeit mehrere Gruppen anzulegen, verschiedene Datenbanken sind jedoch möglich. Ein Punkt der mich persönlich stört ist, das Passwörter leider klar angezeigt werden, was bei den vorangegangenen Applikationen wenigstens manuell auf verschlüsselte Anzeige umgestellt werden kann. Sobald man sich also weniger geschützt in einem größeren Büro aufhält, ist die Verwendung von Pastor schon fast kontraproduktiv. Als kleines Feature bietet auch das kostenlose Pastor unter dem Menüpunkt “Tools” einen Passwort-Generator, um sich ein sicheres Passwort generieren zu lassen. Visuell hält sich Pastor sehr zurück und ist somit zwar funktional, aber nicht besonders hübsch anzusehen, auch die Bedienung ist noch ausschließlich in englischer Sprache möglich. Dies soll sich aber nach Auskunft des Programmierers bald ändern.
Pastor ist wohl nur für diejenigen geeignet, die nicht viel Daten verwalten möchten und denen auch Sicherheit nicht übermäßig wichtig ist - beispielsweise ohne Kundendaten und nur für Zugänge für unendliche Communities, mit denen man letztlich verhältnismäßig wenig Schindluder treiben kann. Ich bin dennoch gespannt, was der Entwickler dem Programm in Zukunft noch alles an Funktionalität alles spendieren wird.
Link: http://www.mehlau.net/pastor/
PasswordWallet
Dieses Programm das ich nur über das Mac Tech-Blog fand, habe ich nur kurz getestet. So viel wie der Autor von diesem Tool zu halten scheint, so wenig überzeugend finde ich PasswordWallet. Die Bedienung ist etwas zu untypisch Mac und außerdem zu sehr auf Passwörter ausgerichtet. Die umfangreichen Features scheinen mir auch etwas holperig in der Bedienung. Aufgrund der geringen Funktionalität, habe ich PasswordWallet in meinem Fazit nicht weiter berücksichtigt.
Link: http://www.selznick.com/
PasswordVault Lite
Auch dieses Programm überzeugt mich persönlich nicht, auch wenn die Sicherheitsfeatures vielleicht die besseren sein mögen, was ich mir nicht genauer angesehen habe. Im Gegensatz zum sachlichen aber etwas trist wirkenden Äußerden von PasswordWallet ist PasswordVault Lite bunt und kann über Skins angepasst werden. Wirklich nett anzusehen ist jedoch leider keins der Skins und ich denk nicht das diese Funktionalität bei dieser Art von Software wirklich angebracht ist. Ebenfalls störend ist das PasswordVault Lite zu sehr auf Passwörter ausgerichtet ist wie PasswordWallet und man beispielsweise ebenfalls nur zwei Felder pro Eintrag zur Verfügung hat. Keine Chance für den Alltag wie ich finde und erst recht nicht ausreichend funktional, um Geld dafür auszugeben. Aufgrund der geringen Funktionalität, habe ich PasswordVault Lite in meinem Fazit nicht weiter berücksichtigt.
Link: http://www.lavasoftware.com/
1Passwd
Bei diesem Programm war ich anfangs etwas unsicher was mein Urteil betrifft. Mittlerweile kann ich sagen, finde ich es ein super Programm, nur für die meisten sicherlich zu umfangreich. Funktionalität und Bedienung lassen sich am einfachsten mit einem Schlüsselbund Deluxe umschreiben und bieten neben dem ablegen von Zugangsdaten auch die Möglichkeit über eine Browser-Erweiterung ganze Identitäten (bspw. für Anmeldeformulare und die Unterscheidung von Privat und Job) anzulegen oder Notizen verschlüsselt abzulegen. Für den hier gesuchten Funktionsumfang bei weitem zu mächtig, für jemanden der sich oft bei verschiedenen Seiten anmeldet ein Programm mit durchaus gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Von daher habe ich 1Passwd im Fazit nicht berücksichtigt.
Link: http://1passwd.com/
Fazit
Visuell schlagen sich Wallet und info.xhead, beide kostenpflicht für etwa $15 zu erwerben, recht gut und orientieren sich mehr oder weniger stark an der üblichen Apple-Optik und dem systemeigenen Adressbuch. Etwas schöner anzusehen und dadurch auch besser zu bedienen ist Wallet, da die verschiedenen Gruppen oder Kategorien mit gut erkennbaren Symbolen illustriert werden können. Ebenfalls praktisch ist die Anzeige der Einträge hinter den Gruppennamen. Beim Anlegen von neuen Gruppen oder Kategorien hat man die Möglichkeit die verschiedenen Felder zu definieren, jedoch kann nur info.xhead die Anzeige einzelner Feldinhalte verschlüsselt anzeigen - ein großes Plus. Wie auch info.xhead kann auch Wallet per “Auto-Fill” Safari direkt öffnen und die gespeicherten Informationen an die hinterlegte Website übergeben. Erstaunlicherweise funktioniert dies in beiden Fällen sehr gut bei allen getesteten Seiten.
Zusätzliche Informationen und Tests zum Thema
Mac Tech - Switching to Mac (eng)
Link: http://mac-tech-switching.blogspot.com/2007/05/review-13-mac-os-x-password-managers_09.htm